1. Ein gutes Bier muss durch einen tiefen Treber!

Bierbrauen nach eigenen Rezepten mit möglichst einfachen Mitteln.

1. Ein gutes Bier muss durch einen tiefen Treber!

6. Juni 2009 Gebrautes 4

Unter diesem Motto stand unser Brautag.
Dieses Bier wurde auch noch streng nach Rezept und somit auch nach dem Reinheitsgebot gebraut. Die experimentelle Phase folgt noch ;o)

Endlich ist es so weit. Klaus hatte das Wasser schon mal angestellt, so dass Markus und ich etwas später kommen durften.
Der 1. Schritt – Einfüllen der Gerste, wurde dann gemeinsam zelebriert!

Um 8:30 Uhr hatte Klaus begonnen, daß Wasser aufzuheizen.
Bei 42 Grad haben wir die Gerste eingemaischt.

Die Gerste wird unter ständigen Rühren in das Brauwasser eingebracht.
Klümpchen bedeuten natürlich:
„6 -> setzen“!

So sieht sich die Maische aus, wenn Sie sich auf dem Weg zur ersten Rast befindet.
Es gibt derer 3 Rasten, die alle eingehalten werden müssen. Die längste Rast dauert 90 Minuten, in denen die Maische ständig umgerührt werden darf.

Um 9:48 Uhr hatten wir die erste Rast (Eiweißrast) bei 54 Grad erreicht. Diese musste 30 Minuten eingehalten werden.
Die zweite Rast bei 66 Grad (Maltoserast) musste 70 Minuten auf 66 Grad gehalten werden. Diese war um 11:53 Uhr beendet.

So sieht das mit dem Wärmebild beim rühren aus.

Immer schön rühren…bei ständigem rühren…
Früher oder später legt sich jeder einen willigen Brauknecht oder ein Rührwerk zu.

Nun ist die Maische schon über die zweite Rast raus.
Um 12:00 Uhr haben wir bei 68 Grad das Malz zugegeben.

Es gab die lekkeren Baubrötchen, noch mit „Industriebier“ ;o)

An Messwerkzeug waren wir perfekt ausgestattet. Mit der Würzespindel wird der Zuckergehalt gemessen.

Es gab aber auch digitale Thermometer und die Wärmebildkamera.

Apothekenjod geht, trotz der Info eines Brauzubehöhrhändlers nicht.
Die etwas verwunderte Apothekerin hätte das Bier trotzdem gern versucht.

In dem Weizenglas wird die Hefe gerade zum arbeiten überredet.
Auf dem Unterteller ist der Versuch mit Jod den Stärkegehalt zu bestimmen.
Sobald die Jodprobe aussagt, dass die Stärke abgebaut ist (Jodneutralität), gehts ans abmaischen.

Jetzt wird mit dem läutern begonnen. Es ist mittlerweile 14:00 Uhr.

Zuerst hat Klaus mit einer Schöpfkelle den Grundstock für den Treberkuchen gelegt.
Sobald der Grundstein des Trebers gelegt war, gings schneller.

Die Maische, wird nun auf den Trebergrundstock geschüttet.

So sieht die Maische im Läuterbottich aus.

Nur das gute Quellwasser für unser Bier. Der letzte Rest wurde in Flaschen abgefüllt um genügend Wasser zu transportieren.

Hier ist schon mal ein Versucherle angebracht…

Hier wurde mit dem Läutern begonnen und auch der Brausatz „ein gutes Bier muss durch einen tiefen Treber“ geprägt.
Keiner von uns ging davon aus, dass das über 2 Stunden dauern wird…

Langsam, für unsere Vorstellung viel zu langsam, lief die Würze durch den Treber.

Ebenso langsam wurde der Nachguß mittels eines Topfes, ohne den Treber aufzuwühlen, aufgebracht.

Ständiges Spindeln war nötig um den Zuckergehalt zu überwachen.

Den Stammwürzegehalt der ganzen Würze kann man auch so Spindeln.

Letztendlich führt Geduld zum Erfolg.

Das ist „DER REFERENZTREBER!“

Jetzt haben wir die Würze, diese wird nun gekocht.
In dieser Phase darf die Würze nicht aufgewühlt werden, Sauerstoff ist jetzt schädlich.

Sobald die Würze kocht, wird der Hopfen hinzu gegeben.
OK – beim n&aumlxten Mal verwenden wir keinen Trockenhopfen.

Fürs Protokoll, es war 16:04 Uhr als wir mit dem Würzekochen bei 50 Grad begonnen hatten. Um 17:33 Uhr hatten wir 97 Grad!
Gehopft wurde um 17:33 Uhr und die Würze durfte dann bis 19:00 Uhr kochen.

Mal wieder eine Rast. Jetzt heißt es 90 Minuten die Würze am kochen halten und immer mal wieder rühren.

Der Schwanenhalsseiher ist zum desinfizieren schon in die Würze gekommen.

Der Tag stand unter dem Motto „warten bis die Rast vorüber ist…“

Nun ist der Moment gekommen.
Die Würze wird gekühlt.
Natürlich ist die Aufregung sehr groß!

Die Technik steht, jetzt ist die Frage, wie es funktioniert…?

Mittlerweile ist es kurz nach 19:00 Uhr.

„Der kochendes Bier mit dem Mund ansaugt…“ hat seinem Namen alle Ehre gemacht!
Irgendwie mussten wir die Pumpe aber unterstützen!

Die Kühlanlage lauft wie verrückt.

…was mit diesem Foto eindrucksvoll unter Beweiß gestellt wird.
Dieser Vorgang lief sehr schnell, nach ca. 25 Minuten war die Würze im Faß.

Die abgekühlte Würze hat noch eine Temperatur von ca. 30 Grad. Optimal um die Hefe beizumischen.

Diesen Teil konnten wir nicht mehr verwerten, wurde dem Biergott geopfert. Falls den jemand sucht, der sitzt im Abfluß vom Klaus seiner Einfahrt…

Unter zuhilfenahme, des „Abwassers“ aus der Gegenstromkühlanlage wird die Hefe vorsichtig auf die richtige Temperatur gebracht.

Jetzt wird die Hefe noch mit der Würze vermischt.

Noch schnell was umgerührt und schon haben wir Jungbier.
Mittlerweile ist sich 19:00 Uhr und wir dürfen noch ein wenig was putzen und aufräumen.

Das Jungbier blieb vier Tage im Faß und wurde dann am Mittwoch abend in Flaschen abgefüllt.

Wie und ob es schmeckt, wissen wir erst in 2 Wochen!

Am Mittwoch wurde das Jungbier dann in Flaschen abgefüllt. Da unsere Würzespindel zerbrochen ist, konnten wir leider nicht wirklich den richtigen Zeitpunkt „erspindeln“.
Unser reichhaltiger Erfahrungsschatz hat uns bei der Festlegung des richtigen Abfüllzeitpunktes jedoch durchaus helfen können ;o)

Den letzten Rest haben wir dann lieber im Fässle gelassen…

Jau, das ist die Ausbeute…
Ein Brautag für vierzig Liter Bier – das muß schmecken!

Unser erstes Bier war ein vollmundiger Erfolg.

Altbier vom allerfeinsten, eventuell hätten wir es noch was stehen lassen müssen um genügend Kohlensäure zu bekommen.

4 Antworten

  1. Carina sagt:

    Hey voll cool. Ich will auch ein Fläschle Bier 😉

    Grüßle Carina

  2. Cara Weidner sagt:

    Mama, ist das der Bernhard? Das ist doch gar nicht der Bernhard. Wo ist der Bernhard? Der Bernhard sieht doch ganz anders aus. Zeig mir nochmal das Bild vom Bernhard … oder vom Papa….

    (später auch in Liedform dargeboten)

  3. Frankreich sagt:

    Hi just thought i would tell you something.. This is twice now i?ve landed on your blog in the last 3 weeks looking for completely unrelated things. Great Info! Keep up the good work.

  4. Joachim sagt:

    Liebe garagenbierbrauer! Das sieht alles schon sehr perfekt aus und das letzte Weihnachtsbier hat ordentlich geschmeckt. Sensorisch ist das Bier gut, das uebermaessige Schauemen trübt den Genuss aber ein wenig-also noch kein echtes Flaschenbier. Ich Stelle gerne noch rezepte, know how und ausruestunggegenstaende. Gruss aus Musberg

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