2. Improbiersieren

Bierbrauen nach eigenen Rezepten mit möglichst einfachen Mitteln.

2. Improbiersieren

6. Februar 2010 Gebrautes 0

…auch am 2. Brautag hätte das Bier durch einen tiefen Treber sollen, leider nicht wollen…

Jetzt war zumindest mal das untergärige Bier an der Reihe.

Vorbereitungen wurden getroffen und der Brautag (6.2.) kam immer näher…

Im Vorfeld hatte Klaus nen neuen Brenner bezoorgt, der alte hat definitiv ausgesorgt.

Beim Zünden, gabs die eine oder andere Verpuffung.

…am Freitag den 5.2. musste Klaus bei der Durchsicht des Zubehörs feststellen, dass wir nicht genug Malz hatten! Nach dem Grund wollen wir an dieser Stelle nicht fragen…

Auf jeden Fall wurden am Freitag sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt um das fehlende Malz aufzutreiben. Weder die Fahrt nach Kirchheim, noch die Brauereien im Umkreis konnten oder wollten helfen. Auch Dinkel Acker und Stuttgarter Hofbräu sind diesbezüglich wenig kooperativ ;o)

Um die fehlende Stärke zu ersetzten, gab es nur zwei Möglichkeiten -> Kartoffeln oder Mais!

Da Bernhard schon von anfang an Kartoffelbier brauen wollte, schied die Möglichkeit aus. Sonst hätte alles nach abgekartetem Spiel ausgesehen. Also nix wie zum Müller und den gebrochenen Futtermais besorgt.

Haben uns dann auf folgendes Rezept geeinigt:

10 Kilo Malz und 7 Kilo Mais bei einem Hauptguss von 50 Litern.
Eingemaischt wurde bei 43 Grad um 9:45 Uhr. Zuerst das Malz, dann erneut auf 43 Grad und der Mais wurde eingemaischt.

  1. Phase (Eiweißrast): bei 50-52,8 Grad von 10:05-10:35 Uhr
  2. Phase (Maltoserast): bei 59-60 Grad von 10:50-11:20 Uhr
  3. Phase (Verzuckerungsrast): bei 73-78 Grad von 11:40-12:13 Uhr

Wir hatten an diesem Brautag auch willige Brauhelfer am Start.

…was bei der etwas dicken und zähen Maische auch nicht verkehrt war…

…improbiersiert wurde nicht nur beim Thermometer…

Das Abläutern begann ziemlich genau um 12:30 Uhr und wurde beendet gegen 15:50 Uhr (200 Minuten). Nachdem wir zwei Stunden gewartet hatten, wurde der Auslauf kontrolliert und niemand kann sagen, wie lange schon nix mehr kam…

Die Oskartonne zum Läutern war für die Menge an Treber wohl zu klein. Für den näxten Brautag ist schon die zweite Garnitur geordert.

Die Würze wurde dann bei 90 Grad von 16:40-18:10 Uhr gekocht

und über die Gegenstromkühlanlage auf 28 Grad abgekühlt.

Jetzt hieß es noch „Hefe einrühren“.

Das Faß wurde in den Garagenkühlschrank verstaut und die Hefe tut nun ihre Arbeit.

Dieser Brautag stand ganz klar unter dem Motto: „Improbiersieren“:

  • Erst der Mais, welcher nicht vorgesehen war.
  • Dann hatten wir kein Thermometer und mussten uns mit dem Außenfühler des Innen- und Außenthermometers von Klaus behelfen. Bis 60 Grad hat es auch wunderbar funktioniert, danach kam das Bodenthermometer von Markus zum Einsatz (mussten feststellen, dass das Innen- Außenthermometer von Klaus eine Abweichung von 5° sein eigen nennt…)
  • Zu guter letzt wurde die Spindel noch Opfer der Schwerkraft und zerlegte sich in sämtliche Einzelteile. Wieviel Stammwürze wir haben, kann also niemand sagen…

Zumindest arbeitet die Hefe und wir freuen uns schon auf das Ergebnis.

Nachdem unser Maisbier am 5.03. von Braumeister Klaus abgefüllt wurde, haben wir gestern (19.03.) schon mal ein Versucherle.

Selbiges war noch sehr lieblich und braucht sicher noch den einen oder anderen Tag um an Reife zu gewinnen.

Letztendlich wird es jedoch jeder Flasche so ergehen…

BMK meint zu diesem Tropfen: „Jeder Schluck dieser untergärigen Bierspezialität ist ein echter Genuß für alle Sinne.
Maisgold zeigt sich die Farbe des reifen Maises. Das fein-maisige Aroma und die dezente Hopfennote sorgen für einen süffigen Antrunk ;o)
Die fruchtige Würze entwickelt auf der Zunge eine vollmundige Harmonie.“

Ganz im Gegensatz zum öffnen so mancher Flasche…

bierflasche